Ankenschluessel
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Drei Uhr nachts. Bittere Kälte umspielt die Straßen. Aus einem Keller dröhnt Musik. Sie ist laut und raue Klänge einer Rockband schießen durch den Raum. Wunderbare Gitarrenriffs, man klatscht Applaus. Neben den Gästen steht auch eine Frau. Sie lehnt mit verschwommenem Blick an einer Wand. Ihre Augen sind glasig. Ihr Stand wackelig. Langsam torkelt sie zur Theke.
„Ein Bbbier nosch, bbbidde“ lispelt sie dem Geldabnehmer entgegen. Zitternd führt sie die Flasche zum Mund, wobei ein wenig von dem Gerstesaft über ihren Hals auf ihre Bluse läuft. Der Frau ist es egal, sie spürt es kaum.
Ein anderer Gast tritt aus dem Hintergrund hervor. Ach so selbstbewusst nimmt er ihr die Flasche weg, trink genüsslich ein paar Schlücke und drückt sie ihr fest wieder in die Hand.
„Besten dank gnädige Frau“, spottet er und die Menschen in der Umgebung lachen.
Sie lachen auch, als die Frau im Rausch zum nächsten Hocker torkelt. Sie lachen eigentlich über alles was die Frau macht, sie ist Gesprächsthema Nummer eins und Ziel der meisten Witze an diesem Abend. Vor allem, weil die Besoffene alle anlallt und über diverse Dinge stolpert oder fällt. Wirklich lange ist sie aber bei keinem. Es scheint als wäre sie alleine hier und hätte sich aus allerlei Gründen einen hinter die Binse gekippt. Warum, ist den meisten egal. Hauptsache sie erheitert die Gäste mit ihren Peinlichkeiten.
Nur eine junge Dame macht sich sorgen. Sie steht von ihrem Platz auf und trottet auf die Frau zu.
„Schau mal die fängt sogar Leute von ihrem Toilettengang ab und fragt ob sie mit kommen kann“, geifern ein paar Jugendliche in der Ecke und wieder erschallt lautes Lachen.
Bei dem ganzen Lärm und Gelästere findet das Gespräch statt: „Biste ganz allein hier?“
„Dasch binsch, jawoll.“
„Wo kommst denn her?.
„Hia auscha Gege’d.“
„Und wo willste heut Abend noch hin? Wohnst du hier in er Nähe?“
„Isch leb’ auffa Straße... isch hab’... kein suhaus’.“
Von der Theke, neben der sie stehen, dröhnt es: „Hey lass die in Ruhe, ich will sehen, ob sie über noch’n Tisch stolpert.“
„Genau geh mal weg da, du machst die ganze Stimmung schrott.“
Die junge Dame ist gerät innerlich ins wanken. „Ist es denn das Richtige, was ich tue? Sollte ich sie nicht einfach lassen und mir meinem Spaß gönnen? So wie alle anderen, die schauen auch nur auf sich. Denen ist es egal und ich mach mir Sorgen. Die lassen sie links liegen und ich würde sie sogar nach Hause begleiten, wenn sie eins hätte; einfach nur um freundlich zu sein. Was bringt das schon? Ich bin ja eh alleine und kann nichts machen. Kann ja sowieso heutzutage keiner mehr.“
Sie wendet sich langsam und zögernd, noch halb in Gedanken von der Besoffenen ab. Sie wiederum ist auch schon wieder an der Theke am flirten. Es rumort zwar noch im Kopf der jungen Dame, aber weil sie diese Szene schon zu oft erlebt hat entschließt sie sich, nur noch auf sich zu achten. Spott will sie keinen mehr ernten oder als gemeiner Spielverderber geltet.
„Das Soziale ist doch gar nicht so wichtig, Hauptsache man hat seinen Spaß“, lassen ihre Gedanken im Kopf vermelden.
Und so wurde aus der einst sozialen Dame, eine von den anderen. Jemand der den Spaß sucht wie Motten das Licht und der keinerlei Verantwortung für andere empfindet, keinerlei Mitbewusstsein* hat und dem es dann egal ist, was mit Menschen geschieht. Es geschah nicht, weil sich die Menschen nicht helfen lassen wollten, nicht weil die Versuche sie müde gemacht hatten, nein es geschah auch, weil andere ihr Engagement lächerlich machten und ihre Solidarität verspotteten. Die Morallosigkeit, die Verantwortungslosigkeit, das mangelnde Mitbewusstsein siegte über die Freundlichkeit, über das gute Tun, einfach weil der Spaß, ja weil der Spaß mehr zählte, als ein sozialer, als ein guter Mensch zu sein, als bürgerliche Pflicht und moralische Verantwortung. Somit infiziert eine verkommen Gesellschaft die Rechtschaffenen.


*= dem Mitgefühl ähnlich: ein Denken, dass auch die Situation anderer mit einschließt


by Fey




Weg mit den Kindern

In den frühen fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts, verbrachte der amerikanische Maler James McNeil Whistler eine kurze - und akademisch betrachtet erfolglose - Zeit in West Point, der amerikanischen Militärakademie.
Es wird erzählt, er hätte eine Brücke zeichnen sollen und habe daraufhin eine romantische steinerne Brücke mit grasbewachsener Böschung un zwei kleinen Kindern, die von dort oben fischten, entworfen.
Der Ausbilder sagte. "Nehmen Sie die Kinder von der Brücke, es geht hier im eine Übung für Ingenieure."
Whistler verbannte die Kinder von der Brücke und zeichnnete sie auf der Böschung ein.
Dann legte er die Skizze erneut vor.
Der wütende Ausbilder schrie: "Ich habe Ihnen doch gesgt, Sie sollen diese Kinder entfernen!
Lassen Sie sie ganz aus dem Bild heraus!"
Aber der schöpferische Drang in Wihstler war zu stark.
Auf seiner nächsten Version waren die Kinder "ganz aus seinem Bild heraus".
Sie lagen unter zwei kleinen Grabsteinen am Flussufer.












http://www.sozphobie.de/forum/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=25;t=000216#000003



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